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Andere Chats - IRC, MUC und SILC
 

In der Regel verbindet man mit Internet-Kommunikation heutzutage Medien wie den Mikrobloggingdienst Twitter, oder soziale Netzwerke wie Facebook. Beide sind vornehmlich in den Medien präsent wenn es beispielsweise um die Koordination von politischen Aktionen geht.

Andere Formen scheinen an Bedeutung zu verlieren, doch ebenso wie die E-Mail nach wie vor eines der wichtigen Mittel ist, wenn es um wichtige Kontakte, etwa zu Unternehmen und Behörden geht, gibt es mit den verschiedenen Möglichkeiten des Gruppenchats die Möglichkeit mit einer großen Zahl an Menschen zu kommunizieren. Daher sollen diese, ihre Vor- und Nachteile im Bezug auf Privatsphäre, Datenschutz und Vertraulichkeit hier kurz vorgestellt werden.

Teil Eins: Der IRC und seine Möglichkeiten
Teil Zwei: Sicherheit im IRC
Teil Drei: Alternativen zum IRC



Indem er ein Chat-Netzwerk (das es vorher nur lokal gab) ins Internet übertrug, schuf der finnische Student Jarkko Oikarinen 1988 die Urform des Gesprächs in Chaträumen - den IRC (Internet Relay Chat). Durch die Verbreitung der Instant Messenger geriet diese "Mutter aller Chats" später vielerorts in Vergessenheit, obwohl sich die Grundform nach wie vor in jedem Forum-integrierten Chat findet.


Trotzdem gibt es nach wie vor große Netzwerke von Servern, auf denen die Benutzer in vielen verschiedenen Räumen (Channels) miteinander kommunizieren.

Der IRC erlangte dann im Zuge der Aktionen des “Anonymous” Kollektivs eine verstärkte Präsenz in den Medien, hatten die selbst ernannten Hacktivisten doch offenbar trotz aller Popularität von Web 2.0 Angeboten wie etwa Twitter, bei der Organisation ihrer Angriffe auf Computersysteme mehrerer bedeutender Unternehmen, wie PayPal und Regierunseinrichtungen auf die Möglichkeiten des IRC gesetzt.

Doch neben dieser Gruppierung finden sich noch Dutzende weiterer Personengruppen im IRC. So organisieren sich dort beispielsweise auch Teams von Spielen wie Counter-Strike, oder World of Warcraft und gründen dort eigene Räume. Besonders die dortigen Chats sind aufgrund der in den Spielen genutzten Abkürzungen für den Neuling nur schwer verständlich.

Nachteil für die Sicherheit des IRC
ist jedoch ganz deutlich, dass in den meisten Netzwerken sowohl die Nachrichten in den Chaträumen, als auch die Passwörter bei der Anmeldung im Netzwerk gänzlich unverschlüsselt im Klartext übertragen werden. Dabei handelt es sich um ein Problem, dass, wie bereits erwähnt, bei praktisch jedem Standard-Messenger ebenfalls vorhanden ist.

Als weiteres Risiko gilt, dass nicht auf jedem Server automatisch die IP des Rechners verborgen wird, mit dem man aktuell im IRC unterwegs ist und diese, zusammen mit weiteren Informationen erst durch einen Textbefehl getarnt werden muss. Aufgrund dieser Mängel bietet zumindest der unerfahrene Nutzer ein ideales Ziel.

 



Sichere IRC-Chats - was kann man tun?

Eine ausführliche praktische Anleitung um seinen IRC-Chat zu machen, findet sich ebenfalls auf dieser Seite und zwar in einem separaten Kapitel zur Sicherheit im IRC, daher sollen an dieser Stelle zunächst nur einige Risiken angesprochen sowie Lösungsansätze und Alternativen genannt werden.

Das zum Schutz der Identität nicht zu viele Realangaben in Chats gemacht werden sollten, ist eigentlich selbstverständlich, dennoch sind es nicht nur minderjährige Internetnutzer die unbedacht Informationen preisgeben. Gerade Benutzer sozialer Netzwerke neigen auch in Chats zu Indiskretionen.

Um den Chat selbst sicherer zu machen ist die naheliegendste Methode natürlich, das Gespräch bzw den Chat zu verschlüsseln und tatsächlich bieten auch verschiedene IRC-Programme (IRC-Clients) diese Möglichkeit an. Als besonders einfach erweist sich dabei die weit verbreitete Möglichkeit, Gespräche durch die Verschlüsselung mittels SSL (Secure Socket Layer) zu schützen.

Für Windows-Benutzer die meist den IRC-Client mIRC verwenden, ist vermutlich das Programm OpenSSL (EN) die einfachste Möglichkeit den IRC-Chat per SSL zu sichern. Dieses Verfahren verschlüsselt allerdings nur die Kommunikation zwischen zwei "Stationen". Läuft die Kommunikation also nicht direkt, sondern wird über einen Server geleitet (wie das im IRC der Fall ist), dann ist das Gespräch von Serverseite aus einsehbar.

Wer seine Anonymität im IRC wahren und dafür nicht gleich sein ganzes Netzwerk verlassen will, könnte die zuständigen Admins fragen, ob der Zugang über das Tor-Netzwerk (siehe das eigene Kapitel zum Anonymisierungsnetzwerk Tor ) erlaubt ist, da so die eigene IP verschleiert werden kann. Leider ist die Verwendung von Tor auf vielen IRC-Servern nicht gerne gesehen, da es häufig von so genannten Script Kiddies (Möchtegern-"Hacker" - meist Jugendliche die mit Hilfe von Programmen Rechner sabotieren) und Trollen (Provokateuren) missbraucht wird.

Der klare Nachteil aller folgenden Alternativen ist, dass, sie mit einem vollständigen Verlassen des IRC oder anderer Chats verbunden sind und man daher, besonders wenn man bereits längere Zeit im IRC aktiv gewesen ist, höchstwahrscheinlich Freunde und Bekanntschaften verlieren würde.

Ist man dagegen dazu entschlossen, dem IRC vollständig den Rücken zu kehren, bietet sich als erste, sicherere und zugleich relativ unkomplizierte Alternative die Möglichkeit an, Gruppengespräche stattdessen per Instant Messenger in Jabber MUC (Multi-User Chat) zu führen. Beinahe jeder Jabber-Server bietet entsprechende Chaträume an. Dort ist es möglich, sich einen beliebigen Namen zu geben, so dass die Jabber-ID nicht angezeigt wird, was natürlich ein Plus für die Privatsphäre ist.

Eine weitere, etwas aufwändigere Möglichkeit sicher zu chatten. findet sich auf der englischsprachigen Webseite des SILC-Netzwerks [externer Link]. Dieses sieht äußerlich dem IRC ähnlich, ist jedoch gänzlich anders aufgebaut (so wird etwa mit Port 706 bereits eine andere Verbindung genutzt). Vereinfacht gesagt wird hierbei der gesamte Chat verschlüsselt, was den größten Vorteil des Netzwerks darstellt.

Nachteil des SILC ist neben der für Anfänger wenig transparenten Methode, die relativ geringe Verbreitung dieses Dienstes unter normalen Internetnutzern, so dass man in den Channeln meist mit  auf dem Gebiet Datenschutz/IT-Sicherheit erfahrenen Personen in K0ntakt kommen wird. So hat beispielsweise auch der Chaos Computer Club Dresden dort ein eigenen Server

Soviel zu Sicherheit in Chats - sollte das alles nicht möglich sein, so bleiben immer noch E-Mail und Instant Messaging als alternative Kommunikationsformen.


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