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Das soziale Problem Freier Software
 


Seit einigen Jahren hat Freie Software ihren Einzug in den Alltag vieler Anwender gefunden und nicht zuletzt ist es auch der Umsteigerfreundlichkeit von Distributionen wie Ubuntu zu verdanken, dass auch die Bekanntheit des Freien Betriebssystems weiter zunimmt. Allerdings ist damit auch ein Negativtrend verbunden, der zu Lasten der Freiheit des Einzelnen geht.

Viele Personen die sich an einen Wechsel zum Freien Betriebssystem GNU/Linux wagen, tun dies entweder aus Gründen des Datenschutzes (sie haben gehört GNU/Linux sei sicherer als Windows), oder aus Abscheu vor der monopolistischen Firmenpolitik von Unternehmen wie Microsoft.

Das führt teilweise dazu, dass viele Umsteiger Ubuntu als eine Art "besseres Windows" ansehen und eine entsprechende Haltung zu Freier Software haben. Bei vielen Nutzern ruft daher die Information, dass GNU/Linux mehr ist als nur ein legales, patentfreies Betriebssystem, einigermaßen großes Erstaunen aus. Von den philosophischen, ethischen und sozialen Hintergründen der Freien Software haben sie in der Regel noch nie gehört.

Das drückt sich auch in ihrem Verhalten und ihrem Umgang mit Freier Software aus. Oft besteht die erste Handlung nach der Installation des Systems darin, sich unfreie Programme und Dateiformate herunterzuladen, etwa den Codec für das mp3 Format, oder den Flash Player.

Spricht man sie auf die Verwendung dieser unfreien Produkte an, ist die Reaktion oft Unverständnis - man ist nicht wirklich an einer Änderung der Umstände interessiert. Werden freie Programme und Dateitypen als Alternativen vorgeschlagen - wie etwa das Musikformat Ogg Vorbis oder die Verwendung des Open Document Formats, so stößt man nur allzu oft auf Desinteresse.

Das betrifft jedoch nicht nur den Umsteiger, auch langjährige Anwender ändern ihre Denkweise oft nicht und so wird ihnen auch nicht bewusst, dass sie zwar ein Freies Betriebssystem verwenden, sich andererseits aber wieder von der Gnade und Ungnade der Anbieter proprietärer Software abhängig machen lassen.

Trotz alledem lassen sich nicht die Anwender - erfahren oder unerfahren - als allein schuldig an diesem Trend verurteilen. Mittlerweile gibt es bereits einige Distributionen die entweder unfreie Codecs und proprietäre Software standardmäßig anbieten, oder das Nachrüsten von unfreier Software zumindest erleichtern. Dadurch wird es dem Benutzer zum einem erschwert ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, was frei ist und was nicht.

Zum anderen, wird er in seiner Entscheidung welche Software er verwenden soll/kann ähnlich bevormundet wie es unter Microsoft Windows der Fall ist. Es ist etwas völlig anderes, ob sich der Benutzer dazu entschließt proprietäre Software auf seinem Freien Betriebssystem zu installieren, (denn das ist das zwar bedauerlich und inkonsequent, aber es ist immerhin noch seine eigene Entscheidung), oder ob er sich mit bereits vorinstallierter proprietärer Software konfrontiert sieht.

Daher ist die zweifelhafte Marketing-Philosophie die hinter diesen Maßnahmen stecken mag, schädlich für die Freiheit des Benutzers und ebenso schädlich für den Geist der Bewegung für Freie Software. Schlussendlich sind die übereifrigen Vertreiber dieser Distributionen mindestens ebenso Schuld am mangelnden Bewusstsein für Freiheit, wie der desinteressierte Benutzer.

Die Lösung des Problems - ein freies Betriebssystem

Die Lösung besteht in der ausschließlichen Verwendung eines wirklich freien Betriebssystems, wie es vom GNU-Projekt angestrebt wird. Auch in diesem Fall gilt, das "Frei" nicht "anwenderunfreundlich" bedeutet.

Logo von gNewSenseEine vollständig freie GNU/Linux-Distribution, ist gNewSense (EN),gNewSense-Desktop das zeitweise auch von Dr. Richard Stallman, Präsidenten der Free Software Foundation verwendet wird. Dabei basiert gNewSense auf der besonders anfängerfreundlichen Distribution Ubuntu, mit dem Unterschied, dass in diesem Fall jeglicher proprietärer Quellcode und jegliches proprietäres Stück Software entfernt wurde. Dabei blieb die einfache Bedienbarkeit von Ubuntu erhalten, so dass man mit gNewSense ein vollwertiges Betriebssystem hat, dass auch von Laien schnell verstanden wird. Einziger Nachteil ist bisher, dass für proprietäre Treiber mancher Hardware noch keine freie Alternative vorliegt, so dass es beispielsweise bei der Verwendung von WLAN noch zu kleineren Problemen kommen kann.
Das es sowohl unter Windows als auch unter GNU/Linux nicht an Freier Software mangelt und es für beinahe jeden Zweck eine freie Alternative zum Angebot proprietärer Software gibt, dürfte nach einem Blick auf die Liste Kapitel "Freie Software unter Windows" klar sein, nun liegt es am Benutzer, diese Möglichkeiten auch zu nutzen.

Fazit: Die Verwendung von Freier Software schafft zwar die Unabhängigkeit von quellcode- und lizenzbezogener Unfreiheit - die Freiheit im Denken und in der Entscheidung muss jedoch auch noch so mancher GNU/Linuxer erst noch lernen.

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