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Freie Software und Freie Formate
 
FLOSS-Banner - Eigententwurf

Neben dem Schutz persönlicher Daten im Internet ist das Thema dieses Dokuments - Freie Software und Freie Formate - besonders im Informationszeitalter des 21. Jahrhunderts von herausragender Bedeutung für Mensch und Gesellschaft, stehen doch beide dem Problem zunehmender Globalisierung der Wirtschaft, der damit verbundenen Monopolisierung und dem Verlust persönlicher Freiheit gegenüber.

Nun mag das ganze etwas langweilig klingen oder zumindest nicht sonderlich interessant erscheinen, es ist jedoch im Interesse des Lesers, sich selbst ein Bild von der Wichtigkeit der Nutzung Freier Software und Freier Formate zu machen.

Unter anderem wurde im Kapitel "Datenschutz am Arbeitsplatz" im Abschnitt zur Verwendung von quelloffener Software, auf die Nachteile von closed-source Produkten und die empfohlene Verwendung Freier Software hingewiesen. Ein wichtiger Bestandteil der Bewegung gegen proprietäre ("unfreie") Programme lizenzhungriger Firmen ist Freie Software.

Dabei gibt es beispielsweise einen wichtigen Unterschied zwischen "Freier Software" und "Open Source Software" der, neben anderen grundlegenden Punkten, im Folgenden erklärt werden wird - weiterführende Informationen zum Thema Freie Software finden sich am Ende dieses Dokuments und in der kommentierten Linkliste.


Die Vorzüge Freier Software

Bei Freier Software handelt es sich um ein gesellschaftskritisches Projekt mit einer dahinterstehenden Ethik. Durch die Verwendung Freier Software sollen soziale Ziele erreicht und die Rechte und Freiheiten des Einzelnen im digitalen Zeitalter verteidigt werden.

In der Bewegung für Freie Software definierte Richard Stallman diese Rechte als die vier Freiheiten:

  • Freiheit Null: Das Grundrecht
    Die Freiheit ein beliebiges Programm zu verwenden
    (ohne Einschränkungen wie etwa "30 Tage Testversion")

  • Freiheit Eins: Sich selbst zu helfen
    Das Programm und dessen Quellcode zu studieren und zu verändern.

  • Freiheit Zwei: Seinem Nachbarn zu helfen
    die Freiheit das Programm beliebig oft zu kopieren und weiterzugeben
    (dabei muss der Quellcode mitgegeben werden).

  • Freiheit Drei: Der Gemeinschaft zu helfen
    Die Freiheit neue und verbesserte Versionen zu erstellen und weiterzugeben
    (Auch dies nur unter Weitergabe des Quellcodes).

Bearbeitung und Weitergabe sind somit legale Rechte, die dem Anwender des Programms vom Entwickler zugesichert werden - Bezeichnungen wie "Softwarepirat" oder "Raubkopierer" sind somit nicht nur beleidigend, sondern auch schlichtweg falsch.

Diese Rechte und Freiheiten stehen für einen freundschaftlichen Umgang der Menschen untereinander, denn miteinander teilen bedeutet Freundschaft und diese ist dank des Internets heute global.

"Je mehr unsere Kultur und unsere Alltagsgeschäfte digitalisiert werden, desto größere Bedeutung gewinnen diese Freiheiten. In einer Welt digitaler Klänge, Bilder und Worte, wird Freie Software immer mehr zum Synonym für Freiheit im Allgemeinen".

(Zitat; Richard Stallman "Warum Open Source das wesentliche von Freier Software verdeckt"
in: Open Source Jahrbuch 2007 Seite 14, Copyright by Richard Stallman)

Damit sollte klar sein, dass es hierbei um eine soziale Freiheit geht und nicht um eine finanzielle.

Freie Software muss nicht kostenlose Software ("Freeware") sein - auch wenn sie das oft ist - sondern sie gibt dem Benutzer die oben genannten Freiheiten der Bearbeitung und Weitergabe des Programms. Der Gedanke hinter Freier Software ist also ganz klar:
"Freiheit im Sinne von Redefreiheit und nicht im Sinne von Freibier".

Um diese Freiheiten zu schützen, wird Software unter eine "Freie Lizenz", die so genannte GNU Public License (GPL) gestellt, die von der Free Software Foundation entwickelt wurde. Diese stellt die die Bedingung, dass jedes Programm, das aus dem Quellcode Freier Software weiterentwickelt wurde, ebenfalls unter die GPL gestellt werden muss. Durch diese Form von "umgekehrtem Copyright" (Copyleft-Prinzip) wird sichergestellt, dass die Freie Software nicht missbraucht und durch Patente und Geheimhaltung des neuen Quellcodes "unfrei" (proprietär) gemacht werden kann. Für GPL lizensierte Software fallen keine Lizenzgebühren an.

Zu den bekanntesten und sicher auch bedeutendsten Errungenschaften freier Software gehört auch das Betriebssystem GNU/Linux. Diese Schreibweise ist zu bevorzugen, da Linux nur den "Kernel" quasi das Herz des Betriebssystem bildet, während alle anderen Programmcodes Ergebnisse der Arbeit des GNU-Projekts sind. Nur von "Linux" zu sprechen, würde das Engagement dieser Personen die für ein Freies Betriebssystem streiten, geringschätzen.

Im Übrigen verwende ich den Begriff "Freie Software" mit einem großen "F", weil ich auf diese Weise den Aspekt der Freiheit stärker betont finde, als im Gebrauch des Wortes frei, da diese Schreibweise Assoziationen zu kostenfreier Software weckt.

Die praktischen Vorteile Freier Software

Für den Anwender mögen die oben genannten Vorteile eher unbedeutend scheinen - er fragt nach dem praktischen Vorteil der ihm von Freier Software geboten wird. An dieser Stelle seien daher drei Hauptargumente genannt:

Auch wenn es bei vielen überzeugten Anhängern der Freien Software ein Stöhnen verursachen wird - vielen Benutzern fällt nach wie vor bei der Frage nach Vorteilen als erstes der Preis von Freier Software ein. Daher sei an dieser Stelle noch einmal gesagt, dass "Frei" sich auf die Freiheit der Verwendung und nicht auf den Preis bezieht.Freie Software kann durchaus auch käuflich erworben werden, schließt die GPL eine kommerzielle Nutzung eindeutig nicht aus. Dennoch ist es sicher richtig, dass gerade viele Privatanwender von der Möglichkeit, qualitativ hochwertige Software kostenlos herunterladen zu können, Gebrauch machen.

Als zweiten wichtigen Vorteil nennen Benutzer die Vertrauenswürdigkeit von Freier Software. Durch die Offenheit des Quellcodes ist das Programm für den Anwender transparent. Mit entsprechenden Kenntnissen kann er genau nachvollziehen, wie die Software aufgebaut ist und wie sie funktioniert. Selbst Benutzer die nicht über diese Kenntnisse verfügen, empfinden es oft als beruhigend zu wissen, dass die Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit des Programms unabhängig kontrolliert werden kann.
Selbstverständlich könnte die Eigenschaft der Quelloffenheit theoretischen auch dazu missbraucht werden - etwa um schädlichen Programmcode, Spionagefunktionen oder ähnliches in die Software einzuschleusen. Andererseits arbeitet oft eine große Zahl von Entwicklern an einem Projekt, so dass diese Programmierfehler, Sicherheitslücken, oder Manipulationen entdecken, korrigieren und entfernen können.

Auch wenn es sich nicht generalisieren lässt - denn umfangreiche Funktionen vergrößern den Umfang von Dateien - so ist als weiterer Vorteil oft die Ressourcenfreundlichkeit von Freier Software zu nennen. Im Gegensatz zu proprietären Produkten die neben den eigentlichen Programmfunktionen auch noch Kopierschutz-Maßnahmen oder Werbung in ihre Anwendungen implementieren und daher meist mehr Speicherbedarf haben, sind viele Formen Freier Software wesentlich kompakter als ihre unfreien Entsprechungen.

Unterscheidung von Freier Software und Open Source Software

Ganz im Gegensatz zu diesem umfassenden Engagement, hat Open Source Software keinen derartigen gesellschaftlichen Anspruch. Hierbei geht es vielmehr um die Nutzung eines Begriffes zu Marketingzwecken um quelloffene Software zu popularisieren. Als Begründung für die Nutzung dieses Begriffs wird angeführt, der Begriff "Frei" würde zu Assoziationen wie "kostenlos" oder "billig" führen und sei daher geschäftsschädigend.

Die Gemeinsamkeit beider Ansätze ist jedoch die Freiheit des Quellcodes und somit haben beide den Anspruch, Alternativen gegenüber den bisherigen Lizenzmodellen mit Copyright, Kopierschutz etc zu bieten.

Die Vorteile von Freier und Open Source Software werden neben Privatanwendern, auch von offiziellen Stellen anerkannt und genutzt. In einer Presseerklärung vom 21. Januar 2008 gab die Bundesagentur für Arbeit bekannt, man habe Ende 2007 rund 13.000 Arbeitsplätze auf GNU/Linux umgestellt. Auch in lokalen Verwaltungen, ist das freie Betriebssystem beliebt - einige Städte setzen bereits speziell angepasste Distributionen für ihre Arbeit ein - etwa München (LiMux) und Wien (Wienux). Mit der "Open Source Region Stuttgart" hat sich sogar ein ganzer Landstrich zu diesen Alternativen bekannt.



Die Vorteile Freier Dateiformate

In Ergänzung zur Freien Software wurden auch Freie Dateiformate entwickelt, denn die Verwendung von freier Software bei gleichzeitiger Nutzung unfreier Formate ist selbstverständlich allenfalls ein inkonsequenter Notbehelf. Allerdings stellt der Gebrauch offener Dateiformate keinen Verlust an Qualität oder Komfort dar - im Gegenteil, sind doch die meisten der offenen Formate ihren proprietären Äquivalenten sogar in einigen Punkten ganz klar überlegen und bieten deutliche Vorteile.

Der größte, wenn auch oft einzige Nachteil dieser Art von Format ist jedoch ihr bisher geringer Bekanntheitsgrad beim Heimanwender, der hoffentlich mit diesem Text zunimmt. Aus eben diesen Gründen, werden an dieser Stelle vier freue Formate vorgestellt und Möglichkeiten genannt, wie man proprietäre Formate durch ihr freies Gegenstück ersetzen kann.


Banner - Open Document
Die Alternative zu Microsoft Word & Co - das Open Document Format

Wer zu der Ansicht gekommen ist, seine Textdateien nicht mehr in unfreien Formaten wie Microsoft Word zu verfassen, steht damit nicht alleine da und tatsächlich gibt es Vorteile des Open Document Formats, die nicht nur der normale Büroangestellte zu schätzen weiß.

So empfiehlt etwa die EU ihren Mitgliedstaaten, die Verbreitung dieses Formats zu fördern. In Deutschland findet es bereits in vielen öffentlichen Stellen und Behörden Verwendung. Neben einzelnen Städten wie etwa München setzen auch staatliche Stellen wie etwa das Auswärtige Amt oder das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf ODF. Nicht zuletzt hat die NATO des Format seit 2008 auf ihrer Liste vorgeschriebener Standards zur Schaffung von Interoperabilität.

Doch was spricht eigentlich gegen die Verwendung von Dokumentformaten von Microsoft?

Besonders in der Verwaltung und dem Austausch von Dokumenten haben Microsoft-Formate wie Word-Texte (*.doc), Excel-Tabellen oder PowerPoint-Präsentationen Nachteile. So sind viele Word-Anwendungen nicht abwärtskompatibel, dass heißt, unter Umständen kann ein alter *.doc Text nicht mehr mit einer aktuellen Version von Microsoft Word geöffnet werden. Gerade wenn Dokumente, wie etwa Geschäftsunterlagen lange aufbewahrt werden müssen, kann dies zu Problemen führen.

Der Dokumentenaustausch kann durch den Umstand erschwert werden, dass der Anwender bei Microsoft-Formaten an ein bestimmtes Programm gebunden ist. Da entgegen den Erwartungen längst nicht jeder über Microsoft Software verfügt, kann die Weitergabe durch eventuell notwendige erneute Zusendung und Konvertierung unnötig viel Zeit in Anspruch nehmen.

Als etablierte Alternative bietet sich das OpenDocument Format an. So lassen sich etwa OpenDocument Texte mit über zehn verschiedenen Programmen öffnen und sind darüber hinaus auch wesentlich ressourcenfreundlicher, da sie, im Gegensatz zu Word-Texten, die im Vergleich zur Menge des Textinhalts viel zu groß sind, nicht mit jedem gespeicherten Bearbeitungsschritt an Dateiumfang zunehmen.

Fazit: OpenDocument Textdazeien (*.odt) OpenDocument Tabellen (*ods) oder OpenDocument Präsentationen (*.odp) werden gerade in Zukunft aufgrund ihrer Vorteile an Bedeutung gewinnen, bereits jetzt auf diese umzusteigen ist daher äußerst sinnvoll - und trägt (für den Anwender ein angenehmer Nebeneffekt, für Freie-Software-Aktivisten der wahre Grund) zum Boykott des Monopolisten Microsoft bei.

Anmerkung:
Selbstverständlich gibt es auch für Dokumente eine freie Lizenz die GNU Free Documentation License (GFDL).
Ursprünglich dazu gedacht, auch Handbücher für Freie Software frei lizensieren zu können, werden mittlerweile auch andere Dokumente unter der GFDL veröffentlicht. Auch in diesem Fall gelten die Rechte, das Werk zu kopieren, zu verändern und (kommerziell) weiterzugeben - unter der Bedingung der Namensnennung des Autors und der Verpflichtung des Copylefts, das die Weitergabe unter gleichen Bedingungen voraussetzt.


Das Play Ogg Logo
Die Alternative zu mp3 - das Audio-Format Ogg Vorbis (*.ogg)

Um die Unterschiede und Vorteile des freien Format Ogg Vorbis klar machen zu können, bedarf es einer kurzen Anmerkung zum Thema CDs rippen, Musik kopieren und Klang;

Musik (etwa von CD) kann man in verlustfreie oder verlustbehaftete Formate umwandeln. Verlustfrei heißt, die Klangqualität bleibt die Gleiche wie auf der CD, die kopierten Dateien sind jedoch ziemlich groß. Mit FLAC existiert auch ein freier, verlustfreier Codec. Bei verlustbehafteten Formaten wird die Datei komprimiert, also verkleinert, dabei gibt es Qualitätsverluste bei der Musik. Sowohl Ogg Vorbis als auch mp3 sind verlustbehaftete Formate

Welche Vorteile hat also Ogg Vorbis gegenüber mp3?

Musiker und Programmierer haben Vorteile durch die Lizenzfreiheit. Ihnen bleibt die Zahlung von Abgaben für Copyright und Lizenzen erspart, die sie sonst für Veröffentlichung ihrer Musikstücke oder die Verwendung von mp3 in Software zahlen müssten.

Zwar ist das Abspielen einer mp3 Datei kostenfrei - dagegen ist die Erzeugung oder Bearbeitung (Aufnahme eines Musikstücks, Verwendung als Sound in einem Computerspiel) mit der Zahlung von Lizenzgebühren verbunden, andernfalls verletzt der Betreffende ein Patent und kann dafür verklagt werden.
Vorbis unterliegt keinem solchen Patent und kann deshalb beliebig verwendet werden.

Auch die Hörer haben klare Vorteile durch die Verwendung von Ogg Vorbis. Durch die bessere Kompressionsrate erhält der Hörer beim Kopieren einer CD eine Musikdatei die im Vergleich zu einer mp3 Vorzüge bei Dateigröße und Qualität hat:

  • Die Datei ist deutlich kleiner, hat aber die gleiche Klangqualität. oder
  • Die Datei ist gleich groß, hat aber eine deutlich bessere Klangqualität

Meist ist es eine Mischung beider Effekte:

  • die Datei ist etwas kleiner und hat eine etwas bessere Klangqualität.

Diese ist bei Ogg Vorbis generell besser als bei mp3, was sowohl in technischen Versuchen als auch bei professionellen Hörtests an Universitäten bewiesen wurde. Da das Format immer noch weiter entwickelt wird, wird die Klangqualität sogar noch zunehmen.

Mit Play Ogg bietet die Free Software Foundation dem ambitionierten Musikfreund auch eine Kampagne, um das Format bekannter zu machen. Auf der Webseite stehen zu diesem Zweck entsprechende Banner zur Verfügung (siehe oben).

Bezugsquellen für Freie Musik in Freien Formaten


Die Annahme, es sei schwer gute Musik mit so einem scheinbar unbekannten Musikformat wie Ogg Vorbis zu finden, ist falsch. Neben Musikportalen wie etwa Jamendo (DE/EN) bei denen es möglich ist, Musik legal und kostenlos herunterzuladen (es gibt sogar eine Extraseite zum Download von Vorbis Torrents), bieten viele unabhängige Künstler ihre Songs und Tracks direkt unter Freien Lizenzen wie etwa der Creative Commons auch im Ogg Vorbis Format an.
An dieser Stelle soll nur ein Beispiel genannt werden:

Pimp my Rights Vol. 1
(DE)
Um zu zeigen, das es auch ohne Restriktionen wie DRM, Kopierschutz etc möglich ist gute Musik zu vertreiben, hat der Chaos Computer Club Regensburg unter dem Motto "Boykott Musicindustry" die Compilation "Pimp my Rights Vol. 1" veröffentlicht, auf der sich etwa auch die Beastie Boys finden. Freie Musik im freien Format Ogg Vorbis, herausgegeben unter eine freien Creative Commons Lizenz zum Freien Download - freier geht es fast nicht. Zwinkern

Sollte der Wunsch seitens der Leser nach mehr freier Musik bestehen, empfehle ich einen Blick in den entsprechenden Teil der Datenschutz-Linkliste. Bei entsprechendem Interesse, gebe ich gerne weitere Tipps, wo gute Freie Musik zu finden ist (darunter auch einige meiner favorisierten Webseiten).



Banner - Theora Sea

Mehr Durchblick - das Video-Format Ogg Theora (*.ogv)

Der Video-Codec Theora (ebenfalls im Containerformat ogg) befindet sich zwar noch in kontinuierlicher Entwicklung, aber bereits jetzt braucht das Format keinen Vergleich mit proprietären Formaten wie *.mpg zu scheuen. Auch hier ist der Speicherbedarf gering, jedoch dauert das umwandeln des Formats noch relativ lange.

Mittlerweile kann man bereits an verschiedenen Stellen Videos als Ogg Theora begegnen Bei Netzpolitik TV kann beispielsweise ein Videointerview mit Richard Stallman in Ogg Theora (EN)direkt auf der Webseite angesehen werden. Zusätztlich wird dort auch der Download des Videos (Dateigröße 13,3 MB) angeboten. Doch dieses Videoformat ist selbstverständlich nicht nur auf Vorträge beschränkt:

Das Video-Portal Theora Sea (EN/FR) bietet sich als Youtube-Alternative für all jene an, denen ein freies Dateiformat und legale Videos unter freien Lizenzen wichtiger sind, als proprietär präsentierte Videoclips. Dabei muss der Unterhaltungswert nicht geringer sein, wie humorvolle Videos auf dem Portal zeigen.

Während Theora Sea noch relativ unbekannt sein mag, bietet das bekannte Musikportal Dailymotion mit ihrer neuen Plattform "Dailymotion Openvideo" eine freie Alternative zu ihrem sonstigen Angebot, die jedoch effektiv erst ab Firefox 3.5 genutzt werden kann..

In Zukunft wird es mit Gnash (EN) außerdem auch noch eine Freie Alternative zum proprietären Flash-Player geben, es befindet sich allerdings noch in der Testphase und ist daher noch in keiner stabilen Version für Windows verfügbar. Unter GNU/Linux ist mit der erfolgreichen Wiedergabe von Youtube-Videos mit Gnash bereits ein großer Schritt zur Popularisierung getan (andere Portale wie Vimeo werden aktuell noch nicht unterstützt).

Wer seine Videos selbst in dieses Format umwandeln will und mindestens den Mozilla Firefox 3.5 besitzt, benötigt im Prinzip keine separate Software sondern kann dies mit einer entsprechenden Firefox-Erweiterung Namens Firefogg machen.

An dieser Stelle ist es vielleicht interessant von einer Episode zum Thema Videoportale zu erzählen. 2007 wurde Richard Stallman gebeten ein kurzes Videointerview zu geben und anschließend fiel ein Kommentar in der Art "großartig, dann sehen wir Sie ja demnächst bei YouTube". Stallman erklärte daraufhin, er wünsche nicht, dass seine Vorträge auf Youtube veröffentlicht würden, da der Benutzer gezwungen sei, unfreie Software zu verwenden, um die Videos sehen zu können.

Da es zwischenzeitlich möglich ist, Youtube Videos beispielsweise mit Firefox-Plugins herunterzuladen und mit einem freien Videoplayer wie etwa VLC abzuspielen, dürfte dieser Gewissenskonflikt weitgehend beigelegt sein (wobei das Portal Youtube selbst höchstwahrscheinlich proprietär ist)

Wer auf die Qualität seiner Aufnahmen besonderen Wert legt, sollte Dateien in bisher genutzten proprietären Audio- und Videoformaten wie mp3 und mpeg nicht nachträglich in Vorbis bzw Theora umwandeln, da beim konvertieren durch die erneute Komprimierung von einem verlustbehafteten Format in ein anderes weitere Klangqualität verloren ginge. Wer jedoch keinen Dolby Surround Sound benötigt und mit Standardqualität zufrieden ist, kann jedoch durchaus seinen Beitrag zur Bekanntheit der Freien Formate beitragen und seine MP3-Sammlung in Ogg Vorbis umwandeln (im Zweifelsfall zwischen drin Probe hören).


Das Komprimierungsformat 7z

Neben den unter Windows gebräuchlichen Formaten für Packprogramme (wie *.rar und *.zip) gibt es die freie Alternative 7z. Dieses Format kann ebenfalls Vorteile gegenüber seinen Konkurrenten vorweisen - es besitzt sehr gute Kompressionsraten, man kann also Dateien sehr klein packen. Außerdem lassen sich mit einem passenden Programm wie etwa 7zip selbst entpackende Archive erstellen, das heißt der Empfänger bekommt eine unter Windows ausführbare Datei (*.exe) und braucht kein Programm zum entpacken. Sowohl normale 7z Dateien als auch *.exe können mit einem Passwort versehen werden, so dass die gepackte Datei nur nach Eingabe des richtigen Passworts geöffnet wird.




Verwenden, Abspielen und Umwandeln freier Formate

Zur Verwendung von Freien Dateiformaten bedarf es keiner exotischen Software. Viele Programme die sich zur Benutzung alternativer Formate eigenen sind oft schon in Gebrauch und wurden entweder bereits im Kapitel zur Verwendung quelloffener Software am Arbeitsplatz genannt, oder finden sich in der Liste Freier Software für Windows, so dass sie hier nur der Vollständigkeit halber mit aufgelistet werden. Lediglich bei bisher nicht erwähnt gebliebener Software finden sich Links

Abspielen von Ogg Vorbis
Der freie Coolplayer (EN)
Der freie Player Zinf (EN)
Neuere Versionen von Winamp (EN) - ein proprietäres Programm daher keinen Link hier

Abspielen und Umwandeln von Ogg Theora

VLC Mediaplayer (EN)
FreeAnime zur Umwandlung (Seite off)
Firefox-Erweiterung Firefogg

Verwendung von 7z

7zip (EN) - beherrscht auch Selbstextrahierung
peazip
(EN) - ein sehr gutes Programm, das auch Linuxformate beherrscht.
(Die "portable" Version muss nicht einmal fest installiert werden)


Material zum Thema Freie Software und Freie Formate

Wer sich nun für die Bewegung für Freie Software begeistern kann, dem seien nicht nur die Webseiten in der Datenschutz-Linkliste von KontrollAusschluss.de empfohlen, an dieser Stelle finden sich weitere Informationen zum sehen, lesen und hören.

Musik zum Thema Freie Software

Neben dem offiziellen "Free Software Song" (EN) von Richard Stallman sei dem engagierten Musikfreund an dieser Stelle auch der "Infinite Hands (Free Software Filk-Song)" (EN) empfohlen. In diesem wird ein Teil der Geschichte freier Software erzählt. Neben dem unsäglichen mp3 Format werden Song und Liedtext auch vorbildlich in den freien Formaten Ogg Vorbis (Musik) bzw. ODF (Text) angeboten und unter freien Lizenzen veröffentlicht. Mittlerweile ist der Filk auch auf dem bereits genannten Musikportal Jamendo und auf Theora Sea als Musikvideo verfügbar .

Filme zum Thema Freie Software:


"The Codebreakers"
(EN) eine BBC-Dokumentation über Freie Software und Open Source Software die sich nicht nur als ISO-Image, zum Brennen auf DVD, sondern auch - vorbildlich - im freien OGG-Format legal von der Webseite des "United Nations Developement Programme" herunterladen lässt.

"The Code"
(EN/DE) oft auch "Codename Linux" genannt. Das Original ist ausschließlich in Englisch auf DVD zu erwerben, lief aber in deutscher Fassung auf ARTE. Eventuell finden sich auch andere (selbstverständlich legale) Bezugsmöglichkeiten im Netz.

"Revolution OS"
(EN) noch eine Dokumentation zur Geschichte freier Software und der Open Source Bewegung. Ausschließlich auf Englisch auf 2 DVDs zu erwerben.

Bücher zum Thema Freie Software, Freie Kultur und Freie Medien
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Auch wenn nicht alle der im Folgenden genannten Titel unbedingt für Einsteiger geeignet sind, sollen sie nicht ungenannt bleiben. Da sich der interessierte Leser weiterentwickelt, kann sich so manche zunächst uninteressante Lektüre eventuell später als durchaus nützlich erweisen.  Bei den meisten Ebooks handelt es sich um PDF-Dateien (*.pdf) für die ein entsprechender PDF-Reader erforderlich ist.

Englische Bücher:


Da wäre zum einen das englischsprachige Standardwerk "Free Software, Free Society" von Dr. Richard Stallman, das neben T-Shirts und anderen interessanten Dingen im FSF/GNU Shop sowohl zum Kauf als auch zum kostenlosen Download verfügbar ist.

Im Juni 2008 erschien ein weiteres englischsprachiges Buch; "Two Bits - The Cultural Significance of Free Software" von Christopher M. Kelty, das unter einer Creative Commons Lizenz (by-nc-sa) veröffentlicht wurde und auch kostenlos online gelesen werden kann.

Matt Masons "The Pirate's Dilemma" befasst sich mit dem Umstand, wie die digitale Jugendkultur mit Piraterie von Software, Filmen etc die Welt verändert und wie sich Piraterie zu einem alternativen kapitalistischen Geschäftsmodell wandeln könnte. Den Preis den er für den Download des Buches zu zahlen bereit ist, kann der Leser selbst festlegen.

Deutschssprachige Bücher:


Dazu zählt "Die Befreiung der Information - GNU, Linux und die Folgen" von André Spiegel, erschienen im Matthes& Seitz Verlag Berlin (2006). Obwohl es sich um ein anspruchsvolles Thema handelt, ist das Buch auch für Einsteiger gut zu lesen. Sowohl küflich zu erwerben, als auch zum download unter einer Creative Commons Lizenz (by-nc-nd) verfügbar.

Unterhaltsam ist "Mix, Burn, RIP - Das Ende der Musikindustrie" von Janko Röttgers, dass sich, wie der Titel bereits sagt, mit dem Scheitern der Musikindustrie gegenüber freien Alternativen befasst und unter einer Creative Commons Lizenz (by-nc-nd) zum kostenlosen Download bereit steht.

Im jeweiligen Open Source Jahrbuch finden sich, anders als eventuell der Name vermuten lässt, auch diverse Beiträge verschiedener Autoren zu Gebieten Freier Software wie etwa Lizenzmodellen und Marketing. Die Jahrbücher können in gedruckter Form oder kostenlos als Ebook unter Creative Commons Lizenzen erworben werden.

Neben Geschichte, Recht und Lizenzen beschreibt "Freie Software zwischen Privat- und Gemeineigentum" von Volker Grassmuck, (herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung) äußerst ausführlich Hintergründe, wirtschaftliche und gesellschaftliche Chancen und Schwächen Freier Software. Auch dieses Buch kann nicht nur gekauft, sondern unter den Bedingungen einer Creative Commons Lizenz (by-sa) auch kostenlos herunter geladen werden.

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